A wie Antreiber...

Was treibt Sie an? Welchen internen Motivatoren folgen Sie unbewusst?

 

Unter den sogenannten inneren Antreibern versteht man konventionelle, kulturelle und soziale Normen und daraus abgeleitete Verhaltensweisen, die wir als heranwachsendes Kind erfahren haben.

Als elterlichen Gebote haben diese teils bewusst vermittelte oder auch unbewusst vorgelebten Botschaften und Verhaltensmuster für das Kind einen Absolutheitscharakter, der nicht angezweifelt wird. Zudem lernt das Kind durch verschiedenste Feedbacks in Form von Lob und Tadel, dass diese Vorgaben einzuhalten sind. 

 

Erst im Erwachsenenalter haben wir die Möglichkeit zu erkennen, dass es Alternativen zu den elterlichen Botschaften gibt. Zu diesem Zeitpunkt haben sich diese Botschaften jedoch schon stark im Unterbewusstsein verankert.

 

Unbewusst versuchen wir daher auch als Erwachsene, im Privat- wie im Berufsleben die Forderung­en der Gebote zu erfüllen, als ob wir unter einem geheimen Zwang stünden. Gut ausgebildete Antreiber helfen uns, ins gewissen Situationen Empathie, Quali-tätsbewusstsein, Stärke, Effizienz und Durchhaltevermögen zu entwickeln. Stark ausgeprägte Antreiber können eine Eigen-dynamik entwickeln, sie kontrollieren immer stärker die innere Einstellung und das Verhalten: Man treibt sich selbst immer stärker an, um zu mehr Erfolg und Anerkennung zu kommen, erreicht aber eher nur mehr Stress (bei sich und anderen) und damit das Gegenteil von dem, was man sich erhofft. Zu stark ausgeprägte Antreiber können sogar gesundheitsgefährdend sein.

 

Die 5 inneren Antreiber

 

Antreiber Nr. 1: Mach es allen recht! 

 

Primäres Ziel: Zuwendung bekommen und Abwendung vermeiden.

Denkmuster: „Wenn ich ,nein’ sage, werde ich abgelehnt. Nur wenn alle mit mir zufrieden sind, bin ich wertvoll.“

Vorteil:            Diese Menschen kommen meist mit anderen Menschen gut aus und sind beliebt. Es fällt ihnen in der Regel leicht,                            Kontakte aufzubauen und zu pflegen.

Nachteil:         Es besteht die Gefahr, sich ausgenutzt zu fühlen. Eigene Bedürfnisse stellen sie hinten an.

Erlauber:         Hallo! Ich bin auch noch da! Meine eigenen Bedürfnisse sind genauso wichtig. Ich bin auch dann als Person wertvoll                           und okay, wenn andere mit mir nicht zufrieden sind.

 

 

Antreiber Nr. 2: Sei perfekt!

 

Primäres Ziel: Respekt verschaffen durch Kontrolle über Dinge und Menschen.

Denkmuster: „Nie ist es gut genug. Ich muss immer alles noch besser machen.“

Vorteil:            Diese Menschen arbeiten in der Regel sehr sorgfältig und genau. Geeignet für Tätigkeiten, die Genauigkeiten und                            Sorgfalt voraussetzen.

Nachteil:          Diese Menschen setzen sich meistens unter Druck und sind oft mit sich und anderen unzufrieden. Weil sie (zu)                                hohe Maßstäbe ansetzen, haben sie manchmal das Problem, Aufgaben nicht zu beenden.

Erlauber:          Aus Fehlern lernt man, deswegen darf ich Fehler machen. Es muss nicht immer perfekt sein.

 

 

Antreiber Nr. 3: Sei stark!

 

Primäres Ziel: Sicherheit gewinnen, Verletzlichkeit und Abhängigkeit vermeiden.

Denkmuster: „Ich darf keine Schwäche zeigen. Wenn ich zeige, dass ich auch manchmal ratlos, empfindlich oder schwach bin,                                dann mache ich mich angreifbar. Ein Indianer kennt keinen Schmerz.“

Vorteil:           Diesen Menschen wird oft Verantwortung übertragen. Sie wirken auf andere wie „ein Fels in der Brandung“

Nachteil:         Diese Menschen können sich anderen oft nicht mitteilen und bleiben damit oft innerlich allein. Sie selbst kommen                              oft zu kurz. Es besteht die Gefahr der Selbstüberschätzung. Sie tragen oft zu viel.

Erlauber:         Ich darf mir Hilfe holen, wo es erforderlich ist. Gefühle zu zeigen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern macht                              mich für andere nahbar.

 

Antreiber Nr. 4: Mach schnell!

 

Primäres Ziel: Bedürfnisse erfüllen, Entbehrungen vermeiden.

Denkmuster: „Ich muss mich beeilen, damit ich fertig werde. Es ist noch viel zu tun!“

Vorteil:            Diese Menschen erledigen Aufgaben schnell und können viele Ergebnisse aufweisen. Entscheidungen werden rasch                          getroffen. Sie sind nicht zögerlich, sondern „packen es an“.

Nachteil:          „Ich habe keine Zeit“ ist ein Satz, den sie oft aussprechen. Sie leiden unter dem Druck, „dass ja noch so viel zu tun                          wäre“ und wirken oft gehetzt. Sie haben manchmal das Gefühl wie ein „Hamster im Laufrad“ zu leben. Oft ist das                            grosse Ziel aus den Augen verloren gegangen.

Erlauber:          Manches dauert einfach länger. Ich darf mir Pausen gönnen.Das Leben ist kein Kurzstreckenlauf sondern ein                                    Marathon. Ich darf meine Kräfte einteilen.

 

 

Antreiber Nr. 5: Streng dich immer an!

 

Primäres Ziel: Belohnung erhalten für die Bewältigung schwieriger Aufgaben.

Denkmuster: „Das Leben ist hart. Alles muss man sich erkämpfen bzw. erarbeiten. Ohne Fleiss kein Preis. Es wird einem nichts                              geschenkt!“.

Vorteil:            Diese Menschen bleiben an einer Aufgabe dran. Sie arbeiten konsequent und stetig und gelten als zuverlässig.

Nachteil:          Diese Menschen sind oft streng zu sich selbst. Es besteht die Gefahr, dass sie sich in eine Aufgabe „verbeissen“.                              Aus Hartnäckigkeit kann Sturheit werden.

Erlauber:          Ich muss nicht alles so verbissen sehen. Leichter geht es auch. Ich werde mir erlauben, Spass an der Arbeit und am                          Leben zu haben.